Über 90 Jahre Experimentalfunk in Wismar

Wismarer Beiträge Heft 24

  

Im Ergebnis eigener Recherchen im In- und Ausland sowie vor allem im umfangreichen Fundus des Stadtarchivs Wismar konnten anhand der vorliegenden Original-Dokumente erstmals die Anfänge der Wismarer Hochschul-Elektrotechnik mit Schwerpunkt 1922 - 1945 dokumentarisch aufbereitet werden bzw. sind aktuell in Bearbeitung. Sie ermöglichen tiefe Einblicke in den Lehr- und Laborbetrieb, in die damaligen Lehrfächer und den zur Verfügung stehenden Gerätschaften, in den Lehrkörper und die Studentenschaft, aber auch in die Akademie- und Fachbereichsführung, in ausgetragene Konflikte, Verfahren und Prozesse - alles, was die historischen Wurzeln des heutigen Fachbereichs Elektrotechnik der Fachhochschule Wismar ausmachen.

Eine Print Veröffentlichung erster Ergebnisse wird zunächst sukzessive in den "Wismarer Beiträgen" erfolgen, unterstützt von dieser Webseite aus mit ergänzenden Online-Angeboten , so auch der Ansicht (aufbereiteter) Originaldokumente. 

Der Prolog im Heft24

Der als Prolog gedachte erste Teil im Heft 24 widmet einem besonderen Jubiläum 2018 und damit zunächst dem Dozenten und Baurat Dr.- Ing. Kurt Heinrich, dem Leiter der Abteilung Elektrotechnik (ET) der Ingenieur-Akademie Wismar ab 1922. Und dem Jubiläumsanlass für 2018 - einer kleinen Karte aus Frankreich, die nach 90 Jahren für weltweites Aufsehen sorgen wird...

Zum Inhalt

Dr.-Ing. Kurt Heinrich, ein von Hause aus Maschinen-und Elektroingenieur und Absolvent der Königlich Sächsischen Technischen Hochschule Dresden (heute TU Dresden), leitete die Abteilung ET ab 1922. In der beruflichen Vita des Bewerbungsschreiben des damals 30-jährigen Heinrich sind die Akzente bereits ablesbar, die die ET in seiner Amtszeit in Wismar die nächsten zehn Jahre nachhaltig prägen werden. (das Bewerbungsschreiben neben vielen anderen Dokumenten im Original unter Online-Ergänzungen )

Gleichzeitig etablierte er das erste An-Institut der Abteilung ET in Wismar - das "Elektrotechnische Institut". Heinrich war für die Akademie Wismar der offizielle Genehmigungsinhaber und Betreiber einer im Laboratorium am Baumweg angesiedelten Versuchsfunk-/ Amateurfunk(sende)stelle - eine der allerersten Funkstellen in Deutschland überhaupt!

Im Zusammenhang mit den im Lehrbetrieb dort stattgefundenen Praktika im Rahmen seines Lehrfachs zur Drahtlosen Telegrafie kann Dr.-Ing. Kurt Heinrich durchaus berechtigt auch als Begründer der Hochfrequenz- und Nachrichtentechnik in Wismar angesehen werden. Heinrich pflegte seine guten Kontakte zur Industrie und zu Verbänden, die er bei seinen früheren beruflichen Tätigkeiten hat aufbauen können. Das kam der Laborausstattung wie auch seinen Absolventen bei der Arbeitsvermittlung zugute. "Seine" Absolventen hatten einen guten Ruf.

Wir begleiten den Herrn Baurat einen Tag lang in seinem nun siebten Jahr in Wismar, am 16. Februar 1928. Das wird der Tag sein, wo er eine Art Postansichtskarte auf den Weg nach Frankreich bringt, ohne auch nur ansatzweise sich vorstellen zu können, was diese 90 Jahre später alles bewirken wird. Dieses Kärtchen - ein weltweites Unikat - ist die älteste noch existente Funkbestätigungs-Karte (QSL) dieser ersten Wismarer Funkstelle! …  (die ganze Geschichte im Heft 24 der WB)

Nach 90 Jahren zurück in Wismar!

Nach 90 Jahren, im Jahr 2018, ist diese beschriebene Karte im Original durch  Schenkung  an ihren Ursprungsort Wismar zurückgekehrt!!!

Hier die Original-Karte von 1928 im geschützten Acryl-Präsenter:

Diese Funkbestätigungs-Karte (QSL) ist der Nachweis für bereits (über) 90-jährigen Amateurfunkbetrieb aus Wismar und somit auch den Beleg für den allerersten aus dem Bereich des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern überhaupt!!! Ein daraus abgeleitetes Jubiläum führte im ersten Halbjahr 2018 zu einer weltweit stark beachteten Wismarer-Funksonderaktivität unter DM90AIW (externer Link).

Dokumente im Original

Parallel zu den Print Veröffentlichungen biete ich den Leserinnen und Lesern hier online weitere, ergänzenden Informationen, Bildern und Abhandlungen an. Dank Internet besteht so die einmalige Möglichkeit, sich die in den Artikeln beschriebenen Original-Dokumente auch selbst "anzusehen".

Dokumente im Original unter Online-Ergänzungen

 

Korrekturhinweis zur Legende Titelbild bzw. erste Innenseite

Die Abteilung Elektrotechnik der Ingenieur-Akademie nutzte seit 1910 die Räumlichkeiten im "Laboratorium" am Baumweg (Heft 24/Titelbild),  dem allerersten Akademie-Neubau in Wismar überhaupt. Für den Laborbetrieb das "Elektrotechnische Labor", was wiederum auch Heimstatt von Dr.-Ing. Heinrichs An-Institut, dem "Elektrotechnischen Institut", mit der Versuchsfunkstation war.

(Diese etwas schwierige Konstellation führte im Heft 24 auf Seite 2 zu einer letztlich nicht korrekten Bezeichnung der Fotoansichten von Titel- und erster Umschlagseite. Das tut mir leid. 

Korrekt für Titelfoto: Laboratorium (am) Baumweg der Ingenieur-Akademie Wismar mit Teilansicht vom Maschinentechnischen Labor. Korrekt für erste Innenseite: Elektrotechnisches Labor im Laboratorium Baumweg in den frühen zwanziger Jahren)

Bezugsmöglichkeiten der Wismarer Beiträge

Das Heft 24 (Inhaltsübersicht) wie auch frühere Ausgaben der "Wismarer Beiträge" sind am einfachsten über das Stadtarchiv der Hansestadt Wismar per email zu beziehen: Email an stadtarchiv@wismar.de unter Angabe des/der gewünschten Heftes/Hefte. (oder Sie nutzen die Formular-Seite des Stadtarchivs) Der Versand erfolgt im Regelfall unproblematisch auf Rechnung.

Wie geht es weiter?

Mit dem Teil 2 im Heft 25 (2019) fortsetzend, werden wir nun neben Kurt Heinrich jetzt weitere Dozenten, Assistenten und Studenten der frühen Elektrotechnik kennenlernen. Aber auch den AStA (Allg. Studentenausschuss), die Akademieleitung, das Kuratorium und den Verwaltungsausschuss des Rates der Stadt... zwischenmenschliche Beziehungen und offene Konflikte - bis in den 2. Weltkrieg hinein und seinem Ende.

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Weitere Links und Danksagung

Zum Verein "Freunde und Förderer des Archivs der Hansestadt Wismar e.V" und zum Stadtarchiv der Hansestadt Wismar mit früheren Ausgaben der "Wismarer Beiträge". (dort mit Hinweisen zu weiteren Erwerbsmöglichkeiten)

Zur  Aufstellung meiner Unterstützer dieser Recherchen und Veröffentlichungen mit persönlicher Danksagung .