Über 90 Jahre Experimentalfunk in Wismar

Versuch Lecherleitung

Zu den Fächern der Abteilung Elektrotechnik gehörte frühzeitig auch das Fach Nachrichtentechnik. Ein wichtiger Grundlagenversuch im Bereich Funktechnik (anfangs als Fach Drahtlose Telegrafie zusammengefasst) ist der der Lecherleitung.

Versuche mit der Lecherleitung (Heinrich spricht hier von "...Messungen nach System Lecher") dienen zum Demonstrieren von und Experimentieren mit Grundgrößen der Leitungstheorie und -Transformation. Diese Zweidrahtleitung dient der Messung von Wellenlängen/ Frequenzen, der Impedanzanpassung von hochfrequent elektrischen Signalen und eben Resonanzuntersuchungen. Im ET-Laborsaal ist sie hinter der an der Decke befestigten Rahmenantenne als Sender-Antennenzuleitung zu sehen ist.

 

Eine Lecher-Leitung ihrer ursprünglichen Art besteht aus zwei parallelen Drähten bestimmter Länge, die an ihrem Ende entweder offen oder miteinander verbunden sind. Längs dieses Leitungsstückes bilden sich stehende Wellen entsprechend der speisenden Frequenz aus. Bei ausreichender hochfrequenter Leistung am gespeisten Ende kann man Strombäuche mit Glühlampen und Spannungsbäuche mit Glimmlampen nachweisen. Ein Versuch, der damals wie heute in etwa so ablief/abläuft, wie ein anschauliches Video der Uni Freiburg dazu zeigt.

Besondere Längen stellen beispielsweise die λ/2-Leitung und λ/4-Leitung dar. (mehr in Wikipedia)

Wellenlängen-Messungen nach System Lecher

Ende der zwanziger Jahre untersuchte Dr.-Ing. Heinrich Frequenzen im oberen KW-Bereich bis hin zum UKW-Bereich. Dazu gehörten Messungen zur Wellenlänge, die im Labor an der Lecherleitung vorgenommen wurden. Ergebnisse zu diesen Experimenten veröffentlichte Heinrich im Mai 1930 in der "CQ" (Mitteilungsblatt des DASD).

 "Messen kurzer Wellenlängen von Röhrengeneratoren nach System Lecher"   in "CQ" Mai 1930 (PDF/ 1.3MB)