Über 90 Jahre Experimentalfunk in Wismar

Ein fataler Druckfehler von 1925...

Ein Druckfehler von 1925 verhinderte die Erkenntnis zu schon sehr frühen Sendeversuchen der Wismarer Versuchsfunkstation...

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In einer Notiz im "Funkbastler" von 1925 (dem Fachblatt des Deutschen Funktechnischen Vereins e.V./ DFTV) kündigte Heinrich unter der Rubrik "Neue deutsche Kurzwellensendeversuche" an. Leider ließ ein Druckfehler aus Wismar plötzlich Weimar werden. Die Folge: der digitalisierte Artikel fand im DokuFunk-Archiv in Wien eine falsche Ablage. Nach meinem Hinweis erhielt der Original-Beitrag mit dem Druckfehler einen entsprechenden Vermerk im Dateinamen. (Quelle: DokuFunk-Archiv Wien)

Korrekt hätte Heinrichs Notiz so ausgesehen:    

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Wismars erste Funksendestation

Um die Senderöhren der auf der QSL-Karte von 1928 abgebildeten Station des Wismarer Labors zu identifizieren, kann man sich auf die Produktionspalette von Telefunken beschränken.

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Die Gestalt und Größe der Glaskolben deuten auf die RS 19 oder RS 31 hin. Unter Auswertung der technischen QSL-Angaben dürfte es eine RS19 sein.

Die RS 19 ist eine luftgekühlte Senderöhre für 175 Watt in den Abmaßen 60 x 300 mm aus „Thüringer Glas“ und zwischen 1917 und 1921 entwickelt. (Heizung 14V bei 4,8A).  https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_rs19-vii.html

Zum Vergleich:

Das Technisch-Physikalische Institut“ am Helmholzweg 6 in Jena (eK4AAL) verwendete im September 1927 die 6cm kleinere RS 17; diese dafür 2mal.

Der Einsatz von „richtigen“ Senderöhren (die RS-Serie) war Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre, sicher aus Kosten- und/oder Zugriffsgründen, nur in „größeren“ Einrichtungen vorzufinden. Bei Privatpersonen und reinen (Amateur-)Funkvereinen kam lediglich die RE-Serie (eigentlich als Empfängerröhren entwickelt) zum Einsatz.

In eigener Auswertung dutzender historischer deutscher QSL-Karten aus dieser Zeit, waren aus dieser Serie häufiger vertreten die RE 97, RE 134, RE 209 und relativ oft auch die RE 504. Damit war quasi „nur“ QRP-Betrieb möglich; mit einer einzelnen Röhre lag man generell bei < 10 Watt. In einigen wenigen QSL wurden Endstufen mit 2 x RE 504 ausgewiesen und so 15… 20 Watt beschrieben.

Im Vergleich dazu präsentierte die Wismarer Versuchsstation zur gleichen Zeit bereits lt. der historischen QSL von eK4ABK eine moderate Sendeleistung von 100 Watt (Input), die dann spätestens 1933 als D4ABK verdreifacht angeboten werden konnte.

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Weltweite Versuche auf 5m im Juni 1927

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