Über 90 Jahre Experimentalfunk in Wismar

Wismarer Beiträge

Das Heft 24 (2018) der "Wismarer Beiträge" beinhaltet u.a. den Teil 1 zur Historie des Fachbereichs der Elektrotechnik der Ingenieur-Akademie Wismar !

Im ersten Teil widmen wir uns dem Dozenten und Baurat Dr.- Ing. Kurt Heinrich, dem Leiter der Abteilung Elektrotechnik (ET) der Ingenieur-Akademie Wismar ab 1922.

Dr. Heinrich, ein von Hause aus Maschinen-und Elektroingenieur und Absolvent der Königlich Sächsischen Technischen Hochschule Dresden (heute TU Dresden), war für die Akademie Wismar der offizielle Genehmigungsinhaber und Betreiber einer im Laboratorium am Baumweg angesiedelten Versuchsfunk-/ Amateurfunk(sende)stelle - eine der allerersten Funkstellen in Deutschland überhaupt!

Im Zusammenhang mit den im Lehrbetrieb dort stattgefundenen Praktika im Rahmen seines Lehrfachs zur Drahtlosen Telegrafie kann Dr.-Ing. Kurt Heinrich durchaus berechtigt auch als Begründer der Hochfrequenz- und Nachrichtentechnik in Wismar angesehen werden. Heinrich pflegte seine guten Kontakte zur Industrie und zu Verbänden, die er bei seinen früheren beruflichen Tätigkeiten hat aufbauen können. Das kam der Laborausstattung wie auch seinen Absolventen bei der Arbeitsvermittlung zugute. "Seine" Absolventen hatten einen guten Ruf.

Wir begleiten den Herrn Baurat einen Tag lang in seinem nun siebten Jahr in Wismar, am 16. Februar 1928. Das wird der Tag sein, wo er eine Art Postansichtskarte auf den Weg nach Frankreich bringt, ohne auch nur ansatzweise sich vorstellen zu können, was diese 90 Jahre später alles bewirken wird. Dieses Kärtchen - ein weltweites Unikat - ist die älteste noch existente Funkbestätigungs-Karte (QSL) dieser ersten Wismarer Funkstelle!

( 2018 die KRÖNUNG: Nach 90 Jahren ist diese Karte im Original durch Schenkung an seinen Ursprungsort Wismar zurückgekehrt!!! )

Einerseits lieferte die QSL-Karte den Nachweis für bereits (über) 90-jährigen Amateurfunkbetrieb aus Wismar und somit auch den Beleg für den allerersten aus dem Bereich des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern überhaupt! Ein daraus abgeleitetes Jubiläum führte im ersten Halbjahr 2018 zu einer weltweit stark beachteten Wismarer-Funksonderaktivität unter DM90AIW (externer Link).

Andererseits führten die Recherchen rund um diese kleine Karte und der dazugehörigen Versuchsfunkstation auf der Suche nach Erkenntnissen zur Station und im besonderen nach deren Betreiber immer tiefer in die Abteilung ET der damaligen Ingenieur-Akademie und damit zwangsläufig zu den Wurzeln der Elektrotechnik der Wismarer Hochschul-Folgeeinrichtungen.

Der nun im Teil 1 kurz kennengelernte Kurt Heinrich begann 1922 seine Karriere 30-jährig in Wismar. In seinem Bewerbungsschreiben aus selbigem Jahr lässt sich bereits die Ausrichtung der ET der nächsten zehn Jahre ablesen. Seine von ihm beschriebene berufliche Vita und die daraus abgeleiteten Akzente werden in seiner Amtszeit die Elektrotechnik in Wismar nachhaltig prägen. (aus diesem Grunde finden Sie das vollständige Bewerbungsschreiben neben vielen anderen Dokumenten und Originalen unter  Online-Ergänzungen )

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Wunschgemäß erfolgte der Einstieg in diesen speziellen Teil Wismarer Hochschul-Historie über ein nachvollziehbares und dazu noch Jubiläums-"Geschichtchen" der eigentlichen Geschichte. In Fortsetzung der Veröffentlichung werden im Teil 2, im Folgeheft 25 (2019), neben Kurt Heinrich jetzt weitere Dozenten, Assistenten und Studenten der frühen Elektrotechnik zu Wort kommen. Aber auch der AStA (Allg. Studentenausschuss), die Akademieleitung, das Kuratorium und der Verwaltungsausschuss des Rates der Stadt.

   

Die Anfänge des Amateurfunks im Bereich des heutigen Landes Mecklenburg-Vorpommern waren hier in Wismar, im Umfeld der Abteilung Elektrotechnik der damaligen Ingenieur-Akademie angesiedelt. Zu verdanken eben diesem Dr.-Ing. Kurt Heinrich. Die Auswertung umfassender Unterlagen zu diesem langjährigen Leiter der Elektrotechnik (1922 - 1931/35) und zu weiteren Dozenten und Assistenten dieser Zeit ermöglichen nun auch tiefgründige Einblicke in die frühen Jahre der Abteilung Elektrotechnik mit ihren Räumlichkeiten im "Laboratorium" am Baumweg (Heft 24/Titelbild),  dem allerersten Akademie-Neubau in Wismar überhaupt -  das gleichzeitig auch Heimstatt von Heinrichs "Elektrotechnischen Instituts" war. (Diese etwas schwierige Konstellation führte im Heft 24 auf Seite 2 leider zu einer nicht korrekten Bezeichnung der Fotoansichten von Titel- und erster Umschlagseite. Das tut mir leid. Korrekt/Titelfoto: Laboratorium (am) Baumweg der Ingenieur-Akademie Wismar mit Teilansicht vom Maschinentechnischen Labor. Korrekt/erste Innenseite: Elektrotechnisches Labor im Laboratorium Baumweg in den frühen zwanziger Jahren)

Spannend genug, um auch für Nicht-Funkamateure damit 2018 ein weiteres Kapitel in den "Wismarer Beiträge(n)" aufzuschlagen. Besonders geeignet für diejenigen, die sich in irgendeiner Weise mit dem Wismarer Fachbereich der Elektrotechnik in seiner über 100-jährigen Hochschulgeschichte verbunden fühlen. Aber natürlich auch für alle, die sich einfach "nur" an neuen Geschichten zur alten Hansestadt Wismar und seinen historischen Gebäuden erfreuen möchten.

Die personelle und fachliche Aufstellung der Elektrotechnik an der Akademie der zwanziger Jahre bis in den 2. Weltkrieg hinein und daraus resultierende zwischenmenschliche Entwicklungen und Konflikte werden zum Gegenstand des Heftes 25/ 2019 ... 

 Bezugsmöglichkeiten : Das Heft 24 wie auch frühere Ausgaben der "Wismarer Beiträge" sind am einfachsten über das Stadtarchiv der Hansestadt Wismar per email zu beziehen: Email an stadtarchiv@wismar.de unter Angabe des/der gewünschten Heftes/Hefte. (oder Sie nutzen die Formular-Seite des Stadtarchivs) Der Versand erfolgt im Regelfall auf Rechnung.

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Weitere Links:  Verein "Freunde und Förderer des Archivs der Hansestadt Wismar e.V" und zum Stadtarchiv der Hansestadt Wismar mit früheren Ausgaben der "Wismarer Beiträge". (dort mit Hinweisen zu weiteren Erwerbsmöglichkeiten)

Zur  Aufstellung der Unterstützer dieser Recherchen und Veröffentlichungen mit persönlicher Danksagung .